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Zecke: Überträgt Borreliose und FSME
Keine Chance für Zecken: Impfempfehlung für Risikogebiete

Während man gegen eine Borreliose - außer den unten genannten Maßnahmen - nur etwas ausrichten kann, wenn man schon infiziert ist und deshalb Antibiotika schlucken muss, kann der FSME gezielt durch Impfen vorgebeugt werden. Das ist gerade deshalb so wichtig, weil es gegen die FSME keinerlei wirksame Medikamente gibt. Und Zecken sind ab 10 Grad Außentemperatur aktiv.

Wenn die stechende Zecke sich erst einmal festgesetzt hat und Blut saugt, besteht Infektionsgefahr. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) droht ebenso wie die Borreliose. Daher ist es wichtig, sich nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen und die Spinnentiere rechtzeitig zu entfernen. Auch kann man versuchen, sich die Zecken durch insektenabwehrende Mittel (Repellentien) und geeignete Kleidung (lange Hosenbeine und Ärmel) vom Leib zu halten, 100prozentig kann das aber nicht schützen.

Etwa ein Drittel der mit den FSME-Viren Infizierten zeigt Krankheitssymptome. Zunächst sind das grippeähnliche Beschwerden mit etwas Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einer "Pause" von ein bis vier Wochen entwickelt jeder Zehnte das schwere Krankheitsbild der Meningoenzephalitis, einer Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn. Die Erkrankung verläuft bei älteren Menschen meist schwerer als bei jüngeren, ein bis zwei Prozent der Patienten sterben. In Einzelfällen leiden aber auch Kinder unter einer schweren Form oder sterben daran. Tragisch sind nach einer durchgemachten FSME die möglicherweise bleibenden Schäden wie Lähmungen, Anfallsleiden oder lange anhaltende Kopfschmerzen.

Während die Borreliose in ganzen Bundesgebiet verbreitet ist, kommt FSME in erster Linie in südlichen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg) vor. Inzwischen sind aber auch einige nördlicher gelegene Kreise zum Beispiel in Hessen, Rheinland- Pfalz oder Thüringen betroffen. Im vergangenen Jahr erkrankten laut vorläufigen Angaben des Robert Koch-Institutes 275 Menschen an FSME, soviel wie seit 1994 nicht mehr.

Die Impfempfehlung gilt deshalb für alle Menschen, die in Risikogebieten leben, arbeiten oder Urlaub machen und sich viel im Freien aufhalten, in Wiesen und Wald unterwegs sind. Im Nachbarland Österreich, den baltischen Staaten und Russland ist die FSME ebenfalls stark verbreitet, weshalb rechtzeitig vor Reisen in solche Gebiete mit dem Impfen begonnen werden sollte.

Kinder ab einem Jahr können mit einem speziell auf sie zugeschnittenen und gut verträglichen Impfstoff geschützt, Jugendliche und Erwachsene mit dem entsprechenden "Erwachsenenimpfstoff" versorgt werden. Drei Impfungen sind für einen über drei Jahre anhaltenden Schutz notwendig, aber bereits zwei Wochen nach der zweiten Dosis kann die körpereigene Abwehr die Viren erfolgreich abfangen.

WANC 14.05.04/dgk

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