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Therapie: Verlorene Flüssigkeit ersetzen
Magen-Darm-Infektionen: Unterschätzte Gefahr

Infektionen des Magen-Darm-Traktes sind eine oft unterschätzte Gefahr.

Nicht nur in Entwicklungsländern bedroht die akute Durchfallserkrankung insbesondere Säuglinge und Kinder. Oft nicht beachtet werden auch die längerfristigen Komplikationen, wie Prof. Dr. Martin Zeitz (UKBF) auf dem 7. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Berlin betonte: So können bei bestimmten Erregern ein akutes Nierenversagen sowie ein Zerfall der roten Blutkörperchen auftreten (hämolytisch-urämisches Syndrom). Als Folge von Magen-Darm-Infektionen werden Gelenkentzündungen beobachtet, die kaum von einem echten Rheuma zu unterscheiden sind und die schwer behandelbar sind (reaktive Arthritis). Auch werden nach Darminfektionen schwere neurologische Erkrankungen mit Nervenschädigungen beobachtet (Guillain-Barré-Syndrom).

Besonders gefährdete Personen, die eine schwere Magen-Darm-Infektion bekommen können, sind Patienten mit Störungen der Immunabwehr. Hierzu gehören neben kleinen Kinder, alte Menschen, Patienten, die Medikamente einnehmen, die die Immunantwort unterdrücken, Patienten mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen (Krebspatienten) sowie insbesondere auch HIV-infizierte Personen.

Verschiedene Erreger, wie Salmonellen, Bakterien und Viren können zu Durchfallserkrankungen führen. Diese Erreger werden meist durch Lebensmittel oder von Mensch zu Mensch übertragen. Unvollständig gegartes Geflügel sowie Eierspeisen sind besonders gefährlich hinsichtlich einer Übertragung von Salmonellen. Viren werden entweder durch Schmierinfektionen (Stuhlgang), Erbrochenes oder Lebensmittel übertragen.

Eine besonders agressive Form der Viren sind die Noroviren. Sie sind hoch ansteckend, 10 Viren reichen bereits aus, um eine Infektion auszulösen. Die infizierten Patienten können schwer beeinträchtigt sein mit hohem Fieber, Erbrechen und Durchfällen. Meist heilt die Infektion jedoch innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus. In Amerika hat man festgestellt, dass solche Infektionen große Zahlen von Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen ebenso wie Mannschaftsangehörige befallen können, was erneut belegt, dass die Erreger leicht von Person zur Person übertragen werden können. Selbst gute hygienische Bedingungen konnten die Übertragung nicht ausreichend eindämmen.

Antibiotika, wie sie üblicherweise bei Infektionen durch Bakterien eingesetzt werden, bei den meisten bakteriell bedingten Magen-Darm-Infektionen unwirksam sind oder sogar gefährlich sein können. Eine Behandlung mit Antibiotika kann sogar zu einer besonderen Form der bakteriell bedingten Durchfälle führen (pseudomembranöse Colitis durch Clostridium difficile). Im Vordergrund der Behandlung steht in aller Regel der Ersatz von Flüssigkeit und eine Ruhigstellung des Magen-Darm-Traktes.

WANC 03.03

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