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Röteln: Gefährlich für das ungeborene Kind, wenn die werdende Mutter nicht immun ist
Röteln: Ausbruch in den Niederlanden und Kanada

Die Röteln sind ausgebrochen - in den Niederlanden und in Kanada. Reisende sollten sich unbedingt impfen lassen, denn Röteln stellen eine ernste Gesundheitsgefährdung dar. Vor allem Schwangere, die nicht geschützt sind, sollten die Gebiete meiden.

In den Niederlanden sind in den vergangenen Wochen über 300 Menschen an Röteln erkrankt. Eine vergleichbare Krankheitswelle überzieht derzeit außerdem den Südwesten von Ontario in Kanada. Das Centrum für Reisemedizin (CRM), Düsseldorf, rät daher allen, die eine Reise in diese Regionen planen, ihre Immunität gegen die Virusinfektion zu überprüfen und sich impfen zu lassen.

"Schwangere, die keine Immunität besitzen, müssen diese Regionen derzeit meiden, denn eine Impfung gegen Röteln ist in der Schwangerschaft nicht möglich", erläutert Dr. Irmela Müller-Stöver vom CRM. "Wer allerdings die Krankheit einmal durchgemacht hat oder geimpft ist, hat einen lebenslangen Schutz".

Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Küssen. Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung bricht die Krankheit aus. Typische Symptome sind ein Ausschlag, der sich vom Kopf über den gesamten Körper ausbreitet, und angeschwollene Lymphknoten. Besondere Gefahr besteht vor allem in der frühen Schwangerschaft, denn eine Infektion mit Röteln führt zur Schädigung des Embryos.

Ursache für die aktuelle Krankheitswelle in den Niederlanden und in Kanada sind nach Informationen des CRM religiös motivierte Impfgegner. In den Niederlanden gehören der betroffenen Religionsgruppe schätzungsweise 300.000 Menschen an. In der Vergangenheit kam es dort schon mehrfach zu Ausbrüchen von Infektionserkrankungen, gegen die es Schutzimpfungen gibt. 1992/1993 gab es zahlreiche Fälle von Kinderlähmung (Polio) und 1999/2000 von Masern-Erkrankungen.

In Kanada wurden aktuell 214 laborbestätigte Fälle von Röteln-Infektionen registriert, darunter fünf bei schwangeren Frauen. Die Behörden rechnen jedoch mit einer wesentlich höheren Dunkelziffer. Ausgangspunkt ist offenbar eine Schule im Gebiet von Woodstock, Oxford-County; von dort hat sich die Krankheit auf die benachbarten Counties Brant und Norfolk ausgebreitet. Auch hier treten die Erkrankungsfälle fast ausschließlich unter religiös motivierten Impfgegnern auf, die intensive Kontakte zu entsprechenden Gruppen in den Niederlanden unterhalten.

DAK-Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer warnt: “Röteln können bei ungeborenen Babys Augen, Herz, Nervensystem oder das Innenohr schwer schädigen. Auch eine Fehlgeburt ist möglich.” Diese Impfung zahlen die Krankenkassen und sie schützt ein Leben lang. Auch für Ungeimpfte bis 18 Jahren wird diese Impfung übernommen. Und: Für Kinder sind Arztbesuche – somit auch Schutzimpfungen – zudem von der Praxisgebühr befreit. Zuzahlungen fallen nicht an.

WANC 31.05.05
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