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Ausdauersportlern bringt die Einnahme von Vitamin-Supplements keinen Vorteil - möglicherweise eher Gefahren (Foto: TK-Pressefoto 8512000223)
Ausdauersportlern bringt die Einnahme von Vitamin-Supplements keinen Vorteil - möglicherweise eher Gefahren (Foto: TK-Pressefoto 8512000223)
Vitamine: Bei Sport eher kontrakproduktiv

Viele Menschen nehmen Vitaminpräparate. Auch viele, die sich sportlich betätigten, werfen die Pillen ein, nicht nur um Mangel vorzubeugen, sondern weil sie glauben, dass dadurch Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Regeneration steigen. Doch Sportmediziner haben nur heraus gefunden, dass Vitamin C- und E-Supplemente Ausdauersport eher behindert.

Dr. Gøran Paulsen von der norwegischen Schule für Sportwissenschaften hat 54 junge, gesunde Frauen und Männer über einen Zeitraum von elf Wochen beobachtet. Eine Hälfte erhielt täglich 1000mg Vitamin C und 235mg Vitamin E in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, die andere Pillen ohne jeden Wirkstoff. Die Sportler absolvierten an drei bis vier Tagen pro Woche ein Ausdauertraining, das hauptsächlich in Laufen (30 bis 60 Minuten) bestand. Eingestreut waren immer wieder ein Intervalltrainings (vier bis sechs Mal, Dauer: 4 bis 6 Minuten), bei dem 90% der maximalen Herzfrequenz erreicht wurde.

In beiden Gruppen stieg die Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen, um zwischen 8 und 14% an. Doch zwischen den beiden Gruppen gab es keinen Unterschied. Was aber den Unterschied machte, war die Energieversorgung der Muskelzellen. Denn die erhöhte sich nur in einer Gruppe: in der, die keine zusätzlichen Vitamine eingenommen hatte. Das bedeutet ungefähr so viel, dass der Vitaminschub zumindest die Steigerung der Ausdauerfähigkeit der Muskeln durch Training nicht unterstützt.

Dr. med. Arno Hipp, Abteilung Sportmedizin, Medizinische Universitätsklinik Tübingen, hat sich bereits im Jahr 2008 mit diesem Thema beschäftigt. Er stellte schon damals fest, dass eine Zufuhr erhöhter Vitamindosen bei Sportreibenden in den allermeisten Fällen überflüssig ist. Und manchmal sogar schädlich. Bei Sportlern wurde beispielsweise festgestellt, dass eine erhöhte Vitamin E-Gabe zu einem gesteigerten Blutungsrisiko führte und zusammen mit Beta-Carotin die Gefahr grippaler Infekte um 21% erhöhte. Hohe Vitamin D-Dosen können bei Sportlern zur Bildung von Nierensteinen und Diarrhöe führen. Sagt Hipp: "Der Nutzen einer über den Bedarf hinausgehenden Vitaminzufuhr ist bei Sporttreibenden bisher nicht belegt. Kontraproduktive, möglicherweise langfristig schädigende Effekte sind nicht ausgeschlossen."



Berliner Ärzteblatt 06.02.2014/ Quelle: The Journal of Physiology

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