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Hochsaison für Mittelohrentzündungen beginnt: oft im Anschluß an eine Erkältung (Foto: DAK/Wigger)
Mittelohrentzündung: Jedes dritte Kind bekommt eine

Mit einer Erkältung fängt es häufig an. Schnupfen und Husten sind meist ungefährlich. Doch nicht selten entsteht insbesondere bei Kindern im Anschluß eine Mittelohrentzündung. Kinder sind vor allem betroffen, weil der Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachen, durch den Flüssigkeiten abfließen und Luft herein kann, bei ihnen noch sehr kurz ist. So können Keime leichter ins Ohr dringen. Mehr als 230.000 Erkrankungen verzeichnete die DAK vergangenes Jahr bei Kindern bis 16 Jahren. Die Hälfte der behandelten Kinder war zwischen zwei und fünf Jahren alt. Somit litt in dieser Altersgruppe jedes dritte Kind an einer Mittelohrentzündung.

„Eine Mittelohrentzündung entsteht oft nach einer Erkältung oder Grippe“, sagt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Sie verläuft schmerzhaft, aber normalerweise komplikationslos. Ursachen sind überwiegend Bakterien, aber auch durch Viren kann es zu einer Entzündung kommen.“ Bemerkbar macht sich die Entzündung vor allem durch Schmerzen im und am Ohr und Schwellungen hinter der Ohrmuschel. Hinzu kommt Fieber, manchmal Erbrechen. „Die Ohren sind rot und warm, das Kind ist quengelig und appetitlos, manchmal treten auch Kopf- oder sogar Bauchschmerzen auf", weiß Thomas. „Durch die Keime schwillt die Schleimhaut im Mittelohr an. Es bildet sich ein Sekret, das sich dort staut und die Schmerzen verursacht. Oft können die kleinen Patienten nicht mehr richtig hören.“ Schuld daran ist der so genannte Paukenerguss.

Hörprobleme durch Paukenerguss
Bei jeder Mittelohrentzündung bildet sich ein Paukenerguss. „Schwillt der Gang, der Mittelohr und Rachen miteinander verbindet, zu, können Flüssigkeit und Schleim nicht mehr abfließen und die Belüftung ist gestört“, so die Ärztin. „Meistens vergeht der Paukenerguss mit dem Abheilen der Entzündung, manchmal besteht er allerdings auch weiter. Dann berät der behandelnde Arzt über alternative Therapien, wie ein kleiner Schnitt ins Trommelfell, das Einsetzen eines Röhrchens und das Absaugen der Flüssigkeit.“ Wird der Druck zu hoch, kann sich auch ein Riss im Trommelfell bilden. Die Flüssigkeit läuft dann nach außen ab und die Schmerzen lassen nach. Der Riss wächst gewöhnlich problemlos wieder zu.

Was man selbst tun kann
„Jede Mittelohrentzündung muss vom Arzt untersucht und behandelt werden“, rät Thomas. „Als erste Maßnahmen für Zuhause helfen fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel, wie Paracetamol-Zäpfchen.“ Dabei unbedingt an die in der Packungsbeilage empfohlene Mengenangabe halten. Außerdem: „Viel trinken! Wer Tee und Wasser nicht mag, trinkt Saftschorlen oder andere kindgerechte Getränke. Hauptsache Flüssigkeit.“ Ebenfalls hilfreich: Omas Zwiebelsäckchen für die Ohren, Wadenwickel bei Fieber und Wärme am entzündeten Ohr, zum Beispiel mit Rotlicht.

Antibiotika sind kein Allheilmittel
Der Arzt wird nach gründlicher Untersuchung eine passende Behandlung vorschlagen. „Antibiotika helfen jedoch nur bei einer bakteriellen Entzündung", sagt die DAK-Ärztin. „Sind Viren die Auslöser, sind sie wirkungslos." Wenn es sich um eine umkomplizierte Mittelohrentzündung handelt und keine ernsthaften Begleiterkrankungen wie anhaltendes Fieber, Erbrechen oder Krampfanfälle vorliegen, kann auf Antibiotika verzichtet werden. „Eine Mittelohrentzündung zu verhindern, ist schwer", mahnt Thomas. „Am besten ist es, Erkältungen beim Nachwuchs zu vermeiden.“

09.11.2011/ Quelle: DAK
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