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ADHS-Medikamente: Gefahr für Kinderherzen

Die Aufmerksamkeits-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird seit einigen Jahren häufig bei Kindern diagnostiziert. Kritiker meinen, dass das mit Medikamenten gegen ADHS zu tun hat, die auf den Markt gekommen sind und von Ärzten/innen gerne verschrieben werden. Natürlich, weil die Pharmaindustrie die Mediziner dazu animiere. Ob das nun stimmt oder nicht, mag dahin gestellt sein. Umstritten ist jedenfalls, ob Medikamente immer das richtige Mittel sind. Mittlerweile hat eine Studie ergeben, dass die ADHS-Mittel dem Kind durchaus schaden können: und zwar dem Herz-Kreislauf-System.

Wissenschaftler der Universität von Aarhus, Dänemark, haben die Daten von 714.528 Kindern ausgewertet, die zwischen 1990 und 1999 in Dänemark geboren worden waren. Bei 8.300 Kindern wurde eine ADHS diagnostiziert. Insgesamt bekamen 5.734 Kinder Probleme mit Herz oder Kreislauf. Die Auswertung zeigte, dass diejenigen Kinder, die ADHS-Medikamente einnahmen, ein viel größeres Risiko trugen, ein kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden: Es lag um 83% über dem der Kinder, die derartige Medikamente nicht eingenommen hatten.

Auch konnten die Wissenschaftler ganz deutlich nachweisen, dass es einen Zusammenhang mit der Dauer der Verschreibung und der Dosis der verschriebenen ADHS-Medikamente gab. Je länger die Einnahme dauerte und je höher die Dosis lag, desto höher war das Risiko für eine Herzerkrankung.

Grundsätzlich betonen die Wissenschaftler aber, dass die Häufigkeit von Herzerkrankungen bei Kindern selten auftreten, auch bei denen mit einer medikamentösen ADHS-Therapie. Weil Herz-Kreilsauf-Erkrankungen bei Kindern mit einer ADHS-Therapie fast doppelt so häufig auftraten, wie bei denen ohne eine derartige Therapie, mahnen sie zur Vorsicht bei der Verschreibung.

Berliner Ärzteblatt 30.06.2014/ Quelle: Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

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