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Babypuder mit Talk gefährdet Gesundheit von Babys

Talkum-haltiger Babypuder kann bei Babys und Kleinkindern zu schweren Gesundheitsstörungen führen. Der Säugling muss den Puder nur aus Versehen einatmen - schon ist Gefahr im Verzug. Gelangt der Puder nämlich in die Lunge, dann können Beeinträchtigungen der Atmung bis hin zu schweren Lungenschäden die Folge sein.

Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), fürchtet diese Situation: Ein Kind wird gewickelt, die Puderdose öffnet sich plötzlich, Puder breitet sich über dem Kind aus. In dem Fall eines zweijährigen Mädchens hat das zu einer schweren Vergiftung geführt. Weil sich der Puder aus der Dose über das Gesicht des Kindes verstreute, wurde er von ihm eingeatmet. Erst nach mehreren Tagen in der Intensivmedizin war das Leben des Mädchens gesichert.

Das BfR hat im Zeitraum von 1979 bis 2008 von Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz 113 solcher Vergiftungen (Aspirationsunfälle) mit Babypuder gezählt. Vor allem Kinder im Alter von einem halben bis zu zwei Jahren waren die Leidtragenden. Es blieben zum Glück  keine dauerhaften Schäden zurück.

Babypuder mit Talkum ist nach Ansicht vieler Kinderärzte vollkommen unsinnig. Sie fordern, diese Art von Babypuder zu verbieten. Zumindest sollten die Puderdosen auf sichere Verschlusssysteme gestiegen werden.



Berliner Ärzteblatt 04.07.2011/ Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
 
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