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Kinder brauchen viel Schlaf, um Erlerntes als Wissen abspeichern zu können (Foto: Karina Sturm / pixelio.de)
Kinder brauchen viel Schlaf, um Erlerntes als Wissen abspeichern zu können (Foto: Karina Sturm / pixelio.de)
Wie Kinder im Schlaf lernen

Schlaf macht Kinder schlau. Zwar lernen auch Erwachsene im Schlaf, doch bei Kindern hat der Umfang der Speicherung von Gelerntem im Gehirn einen noch größeren Umfang. Und der Vorgang läuft bei ihnen auch effektiver ab.

Kinder brauchen viel Schlaf. Aber nicht nur, um Kraft zu sammeln und sich zu erholen. Viel Schlaf ist für Kinder auch wichtig, um zu lernen. Denn im Schlaf verarbeitet der Mensch am Tag neu Gelerntes vom Kurzzeit- zum Langzeitgedächtnis. Oder anders ausgedrückt: Das Gehirn wandelt Erlerntes zu Wissen. Bei Kindern liegt die Menge der neuen Informationen aber wesentlich höher als bei Erwachsenen.

Wissenschaftler der Universität Tübingen haben das heraus gefunden, indem sie 35 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren sowie 37 junge Erwachsenen acht verschieden farbige Knöpfe in der Reihenfolge drücken ließen, in der sie aufleuchteten. Je länger die Testpersonen übten, desto schneller wurden sowohl Kinder wie Erwachsene.

Allerdings trainierten eine Hälfte der beiden Gruppen entweder morgens oder abends vor dem Schlafengehen. Alle Gruppen mussten sich nach zehn Stunden an die richtige Reihenfolge des Aufleuchtens der Knöpfe erinnern. Ob jung oder älter: Lag zwischen dem Training und dem Test kein Schlaf, dann fanden sie bei durchschnittlich vier Knöpfen die richtige Reihenfolge. Hatten die Testpersonen aber geschlafen, dann wurde von 5,5 Knöpfen die Abfolge richtig bestimmt.

Erstaunlich war jedoch die Auswirkung des Schlafes bei Kindern: Denn die konnten sich an acht von zehn Schritten erinnern. Die Wissenschaftler betonen aber, dass diese Fähigkeit der Kinder mit einer hohen Menge nächtlichen Tiefschlafes verbunden ist. Der kindliche Schlaf verfüge in besonderem Maße über die Fähigkeit, Wissen zu speichern.
 
Berliner Ärzteblatt 27.02.2013/ Quelle: Nature Neuroscience (2013)

 
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