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Bauchkrämpfe treten bei Säuglingen, die im späteren Leben Migräne bekommen, häufiger auf (Foto: Erich Kasten / pixelio.de)
Bauchkrämpfe treten bei Säuglingen, die im späteren Leben Migräne bekommen, häufiger auf (Foto: Erich Kasten / pixelio.de)
Sind Koliken im Kleinkindalter Hinweis auf eine spätere Migräne?

Der Zusammenhang fiel Ärzten am APHP-Hospital Robert Derbe in Paris auf: Jugendliche, die mit schweren Migräneattacken in der Notaufnahme eingeliefert wurden, berichteten, als Baby häufig krampfartige Bauchschmerzen gehabt zu haben. In einer Studie ergab sich nun tatsächlich, dass Koliken im Kleinkindalter häufiger bei denen aufgetreten war, die später unter Migräne litten. Damit könnten Bauchkrämpfe als Säugling ein früher Hinweis auf Migräne im späteren Leben sein.

In einer Studie wurden 208 Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren mit Migräne untersucht, die in drei Krankenhäusern in Europa eingeliefert worden waren.  Außerdem wurden 471 Kinder ohne und 120 Kinder mit Kopfschmerzen kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass 72,6% der Kinder mit Migräne als Babys verstärkt und Koliken gelitten hatten. Dabei waren die Unterschiede, ob es sich um Migräne mit (73,9%) oder ohne (69,7%) Aura handelte, nur gering.

Kinder, die keine Probleme mit Kopfschmerzen hatten, mussten "nur" zu 26,5% Bauchkrämpfe ertragen. Auch bei Kindern mit Spannungskopfschmerzen lag die Rate derjenigen mit Koliken mit 35% nicht übermäßig hoch, beurteilen die Mediziner die Ergebnisse.

Wie Koliken und Migräne nun zusammenhängen, ist bisher aber nicht geklärt. Eine Erklärung ist, dass bei Babys mit Koliken und Migräne möglicherweise die gleichen Nervenwege im Darm sensibilisiert werden. Die andere ist, dass bestimmte Moleküle betroffen sein könnten, die bei der Entwicklung der sensorischen Fähigkeiten eine Rolle spielen.

Das Deutsche Ärzteblatt schließt nun daraus, dass Koliken im Kindesalter ein erstes Zeichen der Migräne sein könnten. Das würde bedeuten, dass Tristane oder andere Migräne-Medikamente auch gegen eine infantile Kolik wirksam sein könnten. Allerdings sei die Sicherheit der Wirkstoffe "bei Säuglingen nur unzureichend untersucht".


Berliner Ärzteblatt 18.04.2013/ Quelle: JAMA. 2013

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