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Neurodermitis erhöht Risiko für ADHS drastisch

Bei einer Neurodermitis verursachen Entzündungen einen starken, quälenden Juckreiz. Diese Erkrankung der Haut scheint das Risiko sehr stark zu erhöhen, auch an dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zu erkranken.

Bisher wissen die Ärzte wenig über die Gründe, warum Neurodermitis und ADHS so häufig gemeinsam auftreten. Festgestellt haben sie, dass vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren betroffen sind. Tritt die Hauterkrankung in den beiden ersten Lebensjahren auf, dann erhöht sich das Risiko für ADHS um 43%.

Geschätzt 10% aller Kinder in Deutschland leiden an Neurodermitis. In den ersten drei Lebensjahren ist jedes fünfte Kind betroffen. An ADHS erkranken ca. 5% der Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 3 und 17 Jahren. Die Diagnose wird bei Jungen rund viermal häufiger gestellt als bei Mädchen.

Mittlerweile gibt es einige Erklärungsversuche, warum das ADHS-Erkrankungsrisiko durch eine vorhergehende oder noch bestehende Neurodermitis steigt. So könnten die mit der Hauterkrankung verbundenen Entzündungsprozesse die Gehirnentwicklung des Kindes verändern. Der durch Neurodermitis hervor gerufene Stress und die auftretenden Schlafstörungen könnten ADHS begünstigen. Eine weitere Theorie sagt, dass Neurodermitis und ADHS eigentlich voneinander getrennt sind, aber durch einen unbekannten Einfluss gemeinsam gefördert werden.
 
Berliner Ärzteblatt 06.03.2013/ Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie, Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother. 2013

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