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Zusätze in Plastik können bei Kindern Bluthochdruck auslösen

Es sind chemische Zusätze, die Plastik für zahlreichen Produkten des täglichen Gebrauchs zugesetzt werden. Genannt werden diese Chemikalien Phthalate oder auch Weichmacher. Kinder nehmen diese Stoffe anscheinend beim Essen auf. Dieses kann aber zu Bluthochdruck führen.

Phthalate sind mittlerweile heftig umstritten. Die Weichmacher sind laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Bodenbelägen, Tapeten, kunststoffbeschichteten Verpackungsmaterialien, Kinderspielzeug, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln und Kosmetika, aber auch in Medizinprodukten und Arzneimitteln zu finden. Sie sind aber auch Kindertassen aus Plastik und Einpackfolien enthalten. Das BMU unterschlägt die bekannten Gefahren nicht: "Sie haben hormonähnliche Eigenschaften und können schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit haben."

Wissenschaftler haben nun fast 3000 Kinder und Jugendliche untersucht. Vor allem haben sie das Vorkommen von Weichmachern in den Körpern der Kinder im Urin gemessen. Sie haben heraus gefunden, dass je höher diese Stoffe waren, desto höher auch der Bluthochdruck der Kinder und Jugendlichen war. Prof. Dr. Leonardo Trasande vom NYU Langone Medical Center, New York,  erklärt das so: "Phthalate können die Funktion von Herzzellen stören und oxidativen Stress bewirken. Und das beides beeinflusst die Gesundheit der Arterien."

Dass vor allem Kinder von der Aufnahme der Phthalate mit der Ernährung gefährdet sind, haben Studien in Großbritannien, Dänemark und Deutschland gezeigt. Demnach steckten die Weichmacher sogar in Pulvern für Fertignahrungen und in Fertigessen mit Gemüse und Fleisch. Auf mindestens 23 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht schätzt Greenpeace die täglich Aufnahme am Tag allein durch die Ernährung. Hinzu kommen aber andere Quellen. So werde der festgelegte Grenzwert von 37 Mikrogramm am Tag wahrscheinlich nicht nur erreicht sondern sogar überschritten. Kinder sind, das zeigen Untersuchungen, viel stärker mit Phthalaten belastet als Erwachsene.

Trasande fordert denn auch: "Unsere Studie unterstreicht die Notwendigkeit politischer Initiativen, Chemikalien in der Umwelt zu vermindern, schon allein um unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit zu schützen."

Berliner Ärzteblatt 24.05.2013/ Quelle: Journal of Pediatrics
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