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Schwierige Kindheit - schwieriges Erwachsensein

Eine problematische Kindheit zieht im späteren Leben häufig Verwahrlosung, Gewalt und Zunahme von psychosomatischen und psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Suchtkrankheiten nach. Experten sagen, dass eine möglichst frühe Prävention bei Risikokindern nicht nur Leid, sondern auch Geld spart.  So hat James Heckmann, amerikanischer Nobelpreisträger für Ökonomie 2008, analysiert, dass jeder Dollar, der in Frühprävention investiert wird, später das Achtfache spart.

Wie Entwicklungsstörungen vermieden werden können, darüber zerbrechen sich nicht nur Psychoanalytiker und Pädagogen ihren Kopf. Mittlerweile gibt es Beispiele, wie geholfen werden kann. So versucht das EVA-Projekt Programme zur frühen Gewaltprävention, sozialem Lernen und der Förderung der sozialen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund zu erforschen. In 14 Frankfurter Kindertagesstätten, die alle in Stadtgebieten mit verdichteten sozialen Problemen liegen, wurden die beiden Präventionsprogramme „Faustlos“ und „Frühe Schritte“ in den vergangenen Jahren schon bei Drei- und Vierjährigen eingesetzt. Darin konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass „Frühe Schritte“ in der Frankfurter Präventionsstudie zu einem deutlich messbaren Rückgang aggressiven und ängstlichen Verhalten sowie – besonders bei Mädchen – von Hyperaktivtät führte.

Auffälliges und störendes Verhalten betrachten die Psychoanalytiker nicht primär als Fehlverhalten, sondern als Ausdruck eines verborgenen unbewussten, sinnvollen psychischen Geschehens. Daher gilt es zunächst einmal, das auffällige Verhalten eines Kinds zu entschlüsseln und nicht möglichst schnell nur zum zeitweisen Verschwinden zu bringen. Denn bis gestörte Entwicklungsprozesse nachreifen können, braucht das Kind Zeit und vor allem die Chance, mit sich selbst und seinen Bezugspersonen bessere Erfahrungen zu machen und so sichere Bindungen aufbauen zu können. Nur 35 Prozent der Kinder, die den beiden Präventionsprogrammen und der EVA-Studie in Frankfurt teilnahmen, hatten eine sichere Bindung, die sie ausreichend stabilisiert. In dem EVA-Projekt werden solche Defizite nicht nur festgestellt. Fortbildungsveranstaltungen für die Erzieherinnen und Erzieher sowie Beratungs- und Therapieangebote für Eltern und Kinder gehören zu dem Konzept.

wanc 23.02.2012, Quelle: Sigmund-Freud-Institut, Goethe-Universität-Campus Bockenheim: „Joseph Sandler Psychoanalytic Research Conference“

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