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Umweltschadstoffe schädigen das Gehirn von Ungeborenen

Welche Schadstoffe in der Umwelt welche Gesundheitsschäden verursachen, darüber werden zunehmend Untersuchungen durchgeführt. Die darin gewonnen Ergebnisse machen eines ziemlich deutlich: Umwelteinflüsse verursachen Krankheiten. Diese negativen Auswirkungen setzen schon sehr früh ein. Bereits vor der Geburt können Schadstoffe in der Luft dem ungeborenen Kind Schaden zufügen, der den Menschen dann sein ganzes weiteres Leben belasten.

"Schadstoffe, die von der Mutter aufgenommen werden, können zu einer Belastung des ungeborenen Kindes werden, und zwar in manchen Fällen auch dann, wenn die Schadstoffe lange vor Eintritt der Schwangerschaft in den Körper der Mutter gelangt sind. Über die Plazenta (Mutterkuchen) können Schadstoffe (Alkohol, Kohlenmonoxid, Stoffe aus dem Tabakrauch, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe - PAK) vom Blut der Mutter auf das ungeborene Kind übergehen." So steht es in der Broschüre "START INS LEBEN – Einflüsse aus der Umwelt auf Säuglinge, ungeborene Kinder und die Fruchtbarkeit", die im Rahmen des Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit publiziert wurde. Die Broschüre weiß dann auch noch über umweltmedizinisch bedeutsame Stoffe zu berichten, die in das ungeborene Kind gelangen können: Blei, Methylquecksilber, polychlorierte Biphenyle (PCB).

Eine neue Studie hat sich jetzt mit der Wirkung von PAK (oder PAH von Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) auseinandergesetzt. Die organischen Verbindungen fallen bei der Verbrennung von Kohle und Erdöl an, man findet sie in Benzin, Diesel und Heizöl, sie kommen in Asphalt, Tabakrauch, geräuchertem, gegrilltem oder gebratenem Fleisch vor. Beobachtet wurden 40 Kinder in der Zeit als Embryo bis zu ihrem 7. bis 9. Lebensjahr. Die Eltern der Kinder wie die Kinder selbst lebten in diesem Zeitraum in innerstädtischen Wohngebieten.

Es stellte sich heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ausgesetztsein von PAK und der Gehirnentwicklung ein Zusammenhang bestand. Je mehr die Ungeborenen den Umweltschadstoffen ausgesetzt waren, desto stärker war die Oberfläche der weißen Substanz des Gehirns (tiefe Gehirnsubstanz) in Mitleidenschaft gezogen. Der Abbau der weißen Substanz bezog allerdings ausschließlich auf die linke Gehirnhälfte, betraf aber deren gesamte Oberfläche.

Für die heranwachsenden Kinder bedeutete das, dass ihre Fähigkeit Informationen zu verarbeiten verlangsamt war, was sich in Intelligenztests besonders deutlich offenbarte. Es zeigten sich außerdem Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung) sowie andere Verhaltensstörungen.

31.03.2015/ Quelle: JAMA Psychiatry

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