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Wilms-Tumor bei Kindern: Gute Heilungschancen

Schon Kinder können an Krebs erkranken. So schlimm das auch ist, mittlerweile haben insbesondere Kinder eine hohe Heilungschance. Das gilt auch für den häufigsten Nierentumor bei Kindern: den sogenannten Wilms-Tumor. Den überleben mittlerweile mehr als 90% der kleinen Patienten.



Der Wilms-Tumor, auch Nephroblastom genannt, wird als besonders bösartig eingeschätzt. Er wächst schnell und streut sehr früh Tochtergeschwulste. Er gilt auch deshalb als gemein, weil er vor allem kleine Kinder befällt. 70% sind zwischen einem und fünf Jahren alt. An diesem Nierentumor erkranken etwa 110 Kinder im Jahr, er ist für rund 6% aller Krebsfälle im Kindes- und Jugendalter verantwortlich.

Warum die Erfolgschancen für eine Heilung so hoch sind, führt Professor Dr. med. Udo Rolle von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) vor allem darauf zurück, dass Ärzte bei der Diagnostik und der Therapie konsequent die standardisierten Protokolle - sogenannte Behandlungsleitlinien - befolgen. Darin ist genau festgelegt, wann welche Maßnahmen bei welcher Ausprägung des Tumors zu erfolgen haben. 



In aller Regel bedeutet die Diagnose „Wilms-Tumor“ Operation. Mit ihr soll der Tumor vollständig entfernt werden. Entscheidend dabei ist, dass sich der Tumor während der Operation nicht öffnet und sich im Bauchraum verstreut. Sofern es den kleinen Patienten zumutbar ist, erfolge bereits vor der Operation eine Chemotherapie. Sie könne den Tumor verkleinern und ihn besser handhabbar machen, meint Rolle. Damit würde auch das Risiko des Tumorrisses erheblich reduziert. Von der befallenen Niere entfernen die Kinderchirurgen nur so viel wie nötig. Nach der Operation wird meist die Chemotherapie fortgesetzt, in manchen Fällen zusätzlich eine Strahlentherapie. 



Berliner Ärzteblatt 16.04.2013/ Quelle: 130. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)

 
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