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Schwangerschaftsdiabetes: Bessere Gewichtskontrolle

Bei fast vier Prozent aller werdenden Mütter in Deutschland stellen Ärzte die Diagnose Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes. 2010 waren rund 24.000 Frauen betroffen. Da Frauen in Deutschland heute später gebären und auch mehr Gewicht auf die Waage bringen als Schwangere in früheren Zeiten, steigt die Zahl stetig. Für das Kind können die hohen Blutzuckerwerte der Mutter langfristige Folgen mit sich bringen: Es läuft Gefahr, selbst adipös zu werden und an Diabetes zu erkranken. Gegengesteuert werden soll mittels einer Sport- und Ernährungstherapie, um die Gewichtsentwicklung unter Kontrolle zu bekommen.
 
„Ein Gestationsdiabetes führt häufig in der nächsten Generation wiederum zu übergewichtigen Frauen, die ihrerseits wieder ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes tragen“, erklärt Dr. Michael Hummel von der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München und der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Klinikum Schwabing, München. Die neue evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat sich zum Ziel gesetzt, diese Diabetes-Generations-Spirale langfristig zu durchbrechen. Mit der Leitlinie gibt die DDG Ärzten Informationen und Handlungsempfehlungen zu Epidemiologie, Folgen, Screening, Diagnostik und Therapie von Gestationsdiabetes. Dazu gehören unter anderem auch Hinweise zur geburtsmedizinischen Betreuung und Nachsorge, sowie zu Ernährung und Sport.
 
Auch auf der DDG Herbsttagung widmen sich die Experten der Frage, wie sie betroffenen Frauen dabei helfen können, ihr Gewicht zu optimieren. „Das Gewicht der Mutter ist neben den erhöhten Blutglukosewerten der entscheidende Risikofaktor für das Kind“, erklärt Hummel. „In 90 Prozent der Fälle helfen einfache Veränderungen des Lebensstils im Zuge einer Ernährungs- und Bewegungstherapie, den Diabetes in den Griff zu bekommen“. Zu den ersten therapeutischen Schritten gehört deshalb eine Ernährungsberatung.
 
Mehrere große Studien zeigen zudem, dass körperliche Aktivität während der Schwangerschaft das Risiko, ein übermäßig großes Kind zu bekommen, deutlich senkt. So analysierten Wissenschaftler der US-Universität Maryland bei 75 000 Schwangeren mit Gestationsdiabetes den Einfluss regelmäßiger Bewegung durch Walking, Aerobic oder Schwimmen. Wie sich zeigte, hatten körperlich aktive Frauen ein rund 13fach geringeres Risiko, besonders schwere Kinder zur Welt zu bringen als die weniger aktiven Frauen. Zur Gruppe der aktiven Frauen zählten die Forscher dabei jene Schwangeren, die sich mindestens dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten körperlich bewegten.
 
Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen müssen. Innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt erkranken bis zu 60 Prozent der Frauen an Diabetes mellitus Typ 2. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche. Eine angemessene Behandlung mildert nachweislich die Folgen eines Gestationsdiabetes für Mutter und Kind.

02.11.11/ Quelle: 5. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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