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Mutter und Kind
Kinder, die durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen, bekommen eher Diabetes (Foto: DAK/Wigger)
Kaiserschnitt: Kinder haben 20 Prozent höheres Diabetes-Risiko

Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, verfügen über ein um 20 Prozent höheres Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Warum das so ist, können die Wissenschaftler bisher nicht erklären. Sie vermuten aber, dass nicht die gesundheitliche Situation der Mutter dafür verantwortlich ist.

Wissenschaftler der Queen's University Belfast haben 20 Studien analysiert und fanden heraus, dass der Kontakt mit Krankenhaus-Bakterien eher für das höhere Erkrankungsrisiko verantwortlich ist als der mit den Bakterien der Mutter bei der Geburt. Die Anzahl der Typ-1-Diabetiker steigt derzeit europaweit an. Auch dafür sind die Ursachen bisher wissenschaftlich nicht geklärt.

Das normale Risiko eines Babys, an Diabetes zu erkranken, liegt bei drei von 1.000. Allein in Großbritannien leiden derzeit laut Schätzungen rund 250.000 Menschen an dieser Form der Krankheit. Rund zwei Mio. Menschen haben derzeit Typ-2-Diabetes, die erst im Verlauf des späteren Lebens auftritt. Der Anstieg des Risikos um 20 Prozent kann laut Chris Cardwell und seinem Team nicht durch andere Faktoren wie Geburtsgewicht, Stillen, das Alter der Mutter oder Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes erklärt werden. In Deutschland erfolgen zum Beispiel erfolgen 29 Prozent aller Geburten durch Kaiserschnitt. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei 15 Prozent.

Viele der Kaiserschnitte betrachten die Wissenschaftler als notwendig, um Mutter und Kind zu schützen. Die Studienergebnisse legen jedoch nahe, dass Ärzte ihre Entscheidung fallweise zu rasch treffen. Zusätzlich scheinen manche Mütter sich auch aus nichtmedizinischen Gründen für diesen Eingriff zu entscheiden. So sagt die WHO, dass nur bei jeder zehnten Geburt medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt vorliegen.

Laut Cardwell weist die aktuelle Studie nach, dass der 20-prozentige Anstieg des Diabetes-Risikos gleich bleibend ist. Allerdings ist die Ursache für das Phänomen noch immer nicht wirklich erforscht ist. Der Anstieg der Erkrankungen lege jedoch die Vermutung nahe, dass Faktoren im Umfeld – beispielsweise Krankenhausbakterien - dafür verantwortlich sind.

WANC 28.08.08/ Quelle: PubMed, Queen's University Belfast

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