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Schon bei Ungeborenen erhöht Elektrosmog das Risiko für Asthma

Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft verstärkt elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko, an Asthma zu erkranken. Das Risiko scheint um so höher zu sein, je höher auch die Strahlenbelastung der Schwangeren war.

Seit 20 Jahren nimmt die Zahl der an Asthma erkrankten Menschen weltweit rasant zu. Asthma betrifft je nach Region bis zu 30% der Bevölkerung. In Deutschland erkranken laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) etwa 10 bis 15% der Kinder und etwa 5 bis 7% der Erwachsenen an Asthma - das sind rund 8 Millionen Menschen.

Die Gesellschaft betont, dass Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter ist. Etwa jedes achte Kind unter 10 Jahren und jedes zehnte Kind unter 15 Jahren leide in Deutschland unter Asthma. Dabei erkranken Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Mit zunehmendem Alter der Kinder verblasst dieser Geschlechtsunterschied allerdings wieder.

Als einer der Hauptgründe, warum die Krankenzahlen so zunehmen, nennen Ärzte übertriebende Hygiene. Doch auch die Einflüsse der Umwelt, insbesondere die Schadstoffe in der Luft, sorgen für mehr Erkankungen.

Forscher aus Oakland haben jetzt einen anderen möglichen Zusammenhang untersucht. Sie wollten wissen, in wie weit sogenannter Elektrosmog, dem Mütter ausgesetzt sind, sich auf die Gesundheit ihrer Kinder auswirkt. Unter Elektrosmog versteht man elektromagnetische Felder, die von mobilen Telefonen, anderen elektrischen Geräten und Stromleitungen erzeugt werden. Die Wissenschaftler hatten 1996 bis 1998 genau 969 Schwangere mit einem mobilen Messgerät ausgerüstet, die die elektromagnetische Strahlung misst. Die Kinder der Frauen wurden bis in den August 2010 regelmäßig untersucht.

Insgesamt bekamen 130 Kinder, das sind 21% der Studienteilnehmer, Asthma. Die Kinder der Frauen, die höherer elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt waren, erkrankten öfter. Und zwar um so häufiger, je höher die Strahlendosis war. Laut der Studie erhöhte sich pro 1 Milligauss (Milligauss oder Nanotesla ist eine Maßeinheit für die Flussdichte magnetischer Wechselfelder, die von Haushaltgeräten, Hochspannungsleitungen, elektrischen Hausinstallationen, etc. ausgehen. Milligauss wird mit mG und Nanotesla mit nT abgekürzt.) „Elektrosmog“ das Asthmarisiko der Kinder um 15%.


Berliner Ärzteblatt 03.08.2011/ Quelle: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine (2011; doi:10.1001/archpediatrics.2011.135), Lungenärzte im Netz
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