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Baby Blues: Welche Einfluss das Hormon Oxytocin darauf hat

Das Hormon Oxytocin spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle: Beispielsweise löst es die Geburtswehen aus und regt die Milchfreisetzung an. Darüber hinaus scheint es aber auch die Gefühlslage der Schwangeren über die Entbindung hinaus zu beeinflussen: Ein tiefer Pegel dieses Hormons im Blut steigert das Risiko, nach der Geburt Symptome einer Wochenbettdepression zu entwickeln.

Es gibt nicht wenige Mütter, die nach der Geburt den Baby Blues empfinden. Sie fühlen sich niedergeschlagen, erschöpft und leiden unter Schlafstörungen. Nach Schätzungen des Deutschen Bündnis gegen Depressionen e.V. tritt das bei 25 bis 50% aller Mütter auf. Das Stimmungstief zeigt sich bei den meisten zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Niederkunft, dauert meist nur Stunden, manchmal aber auch einige Tage. Fast immer verschwindet es ohne Behandlung.

Wenn das Bedrücktsein aber über eine längere Zeit andauert, dann sprechen Ärzte von „postnataler Depression“. Eine Forschergruppe von der Universität Basel hat nun den Zusammenhang zwischen einer deratigen Depression und dem Hormon Oxytocin untersucht. Die Wissenschaftler analysierten den Oxytocin-Wert im Blut von 74 Schwangeren und erhoben nach der Geburt mit einem Fragebogen die Stimmungslage der Frauen.

Das Ergebnis: Ein tiefer Oxytocin-Spiegel in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten steigerte das Risiko, in den ersten zwei Wochen nach der Geburt an einer Wochenbettdepression zu erkranken. Frühere Forschungsergebnisse hatten Oxytocin bereits einen Einfluss beim Entstehen einer  Depressionen als Reaktion auf Stress bescheinigt.

Berliner Ärzteblatt 12.05.2011/ Quelle: Marta Skrundz, Margarete Bolten, Irina Nast, Dirk H. Hellhammer & Gunther Meinlschmidt: Plasma Oxytocin Concentration during Pregnancy is associated with Development of Postpartum Depression, Neuropsychopharmacology advance online publication, 11 May 2011, doi:10.1038/npp.2011.74

 
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