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Frauen können während der Schwangerschaft weiter Sport treiben, ohne das Unbegorene zu gefährden (Foto: DAK)
Frauen können während der Schwangerschaft weiter Sport treiben, ohne das Unbegorene zu gefährden (Foto: DAK)
Schwangerschaft: Sport schadet weder Kind noch Mutter

Auch während der Schwangerschaft müssen Frauen nicht aufhören, Sport zu treiben. Früher haben Ärzte Schwangeren oft zur sportlichen Zurückhaltung geraten. Dass das der falsche Tipp ist, stellt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fest. Eine Studie belegt, dass bei gesunden Frauen der Blutfluss in der Nabelschnur von Ungeborenen nicht beeinträchtigt wird.
 
Die Angst ist groß. Viele Schwangere fürchten, durch Sport während der Schwangerschaft ihrem Kind zu schaden: Weil der eigene Sauerstoffbedarf währende der körperlichen Bewegung steige, könne das Ungeborene nicht mehr genügend Sauerstoff bekommen. Doch Professor Dr. med. Annegret Geipel, Leiterin der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am Universitätsklinikum Bonn, beruhigt Frauen. US-amerikanische Wissenschaftler von der Johns Hopkins Universität in Baltimore haben den Blutfluss in der Nabelschnur von 45 ungeborenen Kindern bestimmt, nachdem die Schwangeren 30 Minuten lang auf dem Laufband trainiert hatten. Bei einer mittleren Belastung von 40 bis 59 Prozent des maximalen Pulsschlags – dieser wurde für jede Schwangere zuvor auf dem Laufband ermittelt – änderte sich das Blutflussverhalten in der Nabelschnur nicht.



Geipel hält auch für Untrainierte eine gute Botschaft bereit: „Auch bei Frauen, die vorher keinen Sport getrieben hatten, kam es nicht zu Störungen in der Sauerstoffversorgung des Feten.“  Deshalb rät sie Schwangeren zu fünf mal 30 Minuten Sport in der Woche. Der Unterschied liege nur in der Intensität. So könnten gut Trainierte sich durchaus bis zu 60 bis 84 Prozent des Maximalwerts ihres Pulsschlages belasten. Intensives Laufbandtraining von 30 Minuten, die den Pulsschlags auf diese Werte trieb, führte in der Studie zwar zu einem leichten Abfall der Blutflusswerte in der Nabelschnur. Geipel sagt aber, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für das Kind bestanden hätte. Und sie betont die positiven Effekte von Sport: „Denn Frauen, die regelmäßig schwimmen, radfahren oder walken, vermeiden eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft und senken das Risiko auf einen Schwangerschaftsdiabetes, welcher der Gesundheit von Mutter und Kind schadet.“


Diese Empfehlungen gelten allerdings nur für gesunde Frauen mit normalem Schwangerschaftsverlauf. Alle Teilnehmerinnen der Studie waren gesund, schlank und rauchten nicht. Bei Mehrlingsschwangerschaften, vorausgegangenen Frühgeburten, einer Gebärmutterhalsschwäche oder anderen Schwangerschaftsstörungen sollten Frauen zunächst ihren Gynäkologen konsultieren. Zudem sollten Schwangere nur Sportarten mit geringem Verletzungsrisiko betreiben. Sportarten wie Skifahren, Reiten, Hockey oder Tauchen sind laut Geipel während der Schwangerschaft tabu.


Berliner Ärzteblatt 16.10.2012/ Quelle: Obstetrics & Gynecology 2012; 119: 603-10

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