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Zu viel Vitamin D in der Schwangerschaft kann das Risiko für eine Nahrungsmittelallergie beim Kind fördern  (Foto: JMG / pixelio.de)
Zu viel Vitamin D in der Schwangerschaft kann das Risiko für eine Nahrungsmittelallergie beim Kind fördern (Foto: JMG / pixelio.de)
Schwangere sollten Einnahme von Vitamin D meiden

Vitamin D stärkt die Knochen. Kinder werden damit seit Jahrzehnten gegen Rachitis (Störung des Knochenstoffwechsels) behandelt. Es soll außerdem vor Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs, Depressionen, grippalen Infekten und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose schützen. Doch Schwangere sollten auf die zusätzliche Einnahme von Vitamin D verzichten. Denn das kann das Risiko der Kinder erhöhen, nach der Geburt eine Nahrungsmittelallergie zu bekommen.

Frauenärzte mahnen auf ihrer Website 'Frauenärzte im Netz', dass gerade in der Schwangerschaft die ausreichende Versorgung mit Vitamin D nicht erfolgt. Wer Vitamin D-Präparate nicht zusätzlich einnehme, der nehme "erhebliche gesundheitliche Risiken für sich als auch für die Gesundheit des Kindes in Kauf". Auch 'netmoms.de' redet Frauen ins Gewissen: "Die ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist während der Schwangerschaft sehr wichtig. Zusammen mit anderen Nährstoffen unterstützt Vitamin D Wachstum und Entwicklung Deines Babys bereits in der frühen Phase der Schwangerschaft und spendet auch Deinem Körper jede Menge Kraft. Und auch wenn Du noch nicht schwanger bist, solltest Du Deinen Körper mit genügend Vitamin D versorgen."

Das sind Ratschläge, die vor allem die Hersteller derartiger Produkte natürlich gerne hören. Doch inzwischen gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die zunehmend die positive Sicht auf das „Knochen-Vitamin D“ relativieren. Dr. Kristin Weiße vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig weißt beispielsweise darauf hin, dass erstmals Ende der 1990er Jahre der Zusammenhang zwischen einem hohen Vitamin-D-Spiegel und der Entstehung von Allergien aufgedeckt wurde.

Weiße hat jetzt den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration im Blut von werdenden Müttern und im Nabelschnurblut einerseits sowie dem Immunstatus zum Zeitpunkt der Geburt und allergischen Erkrankungen des Kindes später im Leben andererseits untersucht. Ob der Vitamin-D-Spiegel der werdenden Mutter das Allergierisiko des Kindes tatsächlich beeinflusst, hat sie an 622 Müttern mit 629 geborenen Kindern beobachtet.

Dabei stellte sich heraus, dass bei werdenden Müttern mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, Nahrungsmittelallergien bei ihren zweijährigen Kindern seltener auftreten als bei werdenden Müttern mit einem hohen Vitamin-D-Spiegel. Weiße formuliert es anders: Ein hohes Vitamin-D-Niveau bei Schwangeren trägt zu einem erhöhten Risiko für die ungeborenen Kinder bei, im Kleinkindalter an einer Nahrungsmittelallergie zu erkranken.

Die Allergien beziehen sich auf Hühnereiweiß, Milcheiweiß, Weizenmehl, Erdnuss oder Sojabohne. Weiße schränkt allerdings ein, dass "die Entstehung von Nahrungsmittelallergien bei weitem nicht einzig und allein vom Vitamin-D-Spiegel abhängt". Dennoch empfiehlt sie Schwangeren nicht, Vitamin D-Ergänzungspräparate einzunehmen. Denn das Zuviel an Vitamin D erhöhe das Risiko der Kinder, im Laufe der ersten beiden Lebensjahre eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln.

Berliner Ärzteblatt 28.02.2013/ Quelle: Allergy
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