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Behinderte: Nur jeder Vierte erhält fachgerechte Betreuung
Internationaler Tag der Behinderten

Am 3. Dezember ist internationaler Tag der Behinderten. Er wurde von der World Health Organisation (WHO) vor elf Jahren ins Leben gerufen und soll an die Probleme der Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft erinnern.

"Es ist erschreckend, dass sich ein Klima breit macht, in dem das Austragen potentiell behinderter Kinder beinahe als Verstoß gegen 'gute Sitten' und als 'unverantwortliches Handeln' gebrandmarkt wird, auch wenn Menschen mit Behinderung nicht mehr vom Staat mit Vernichtung bedroht sind," schimpft Johannes Freiherr Heereman, geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes, anlässlich des Internationalen Tages der Behinderten. Seiner Meinung reicht es nicht, dass Politik und Gesellschaft sich bestätigen, welche Fortschritte mit sozialpolitischen Maßnahmen zur Gleichstellung Behinderter gemacht wurden. Damit würde damit nur Selbstverständliches erfüllt.  

Heeremann: "Weit wichtiger als alle gesetzgeberischen Aktionen sind Impulse aus der Politik, die den Eltern behinderter Kinder und den Menschen mit Behinderung den Rechtfertigungsdruck für das 'Dasein und Anderssein' nehmen. Dieser Bewusstseinswandel ist aber nur möglich, wenn für die Politik die Unantastbarkeit der Menschenwürde und das uneingeschränkte Lebensrecht außer Frage stehen."  Niemand dürfe vergessen, dass Menschen mit Behinderung die Gesellschaft bereichern .

Die Situation vieler Behinderter ist aber immer noch beklagenswert: Nur jeder Vierte der rund 500 bis 600 Millionen behinderter Menschen weltweit erhält fachgerechte Betreuung. Besonders dramatisch ist die Situation in Entwicklungsländern. Dort haben rund 95 Prozent der Behinderten keinen Zugang zu medizinischer und therapeutischer Hilfe, teilte Martin Georgi, Direktor der Christoffel-Blindenmission (CBM) mit.

Doch gerade dies ist - so Georgi - eine Voraussetzung, um behinderte Menschen in die Gesellschaft integrieren zu können. Eine wichtige Strategie, um dieses Ziel gerade in Entwicklungsländern zu erreichen, besteht in dem Konzept der Gemeindenahen Rehabilitation (CBR, Community-based Rehabilitation).

Der Grundsatz dieses Konzeptes lautet: Behinderte innerhalb ihres Umfeldes so gut wie möglich zu fördern. Gesundheitshelfer gehen von Haus zu Haus und suchen Menschen mit Behinderungen. Danach beginnt direkt vor Ort die Therapie. Der Behinderte wird nicht mehr an weit entfernt liegende Einrichtungen vermittelt, in denen er oftmals wie in einem Ghetto lebte, sondern erhält vor seiner eigenen Hütte eine für ihn maßgeschneiderte Förderung.

WANC 03.12.03

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