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Kliniken: Sollen nicht immer die notwendige Versorgungsqualität für herzkranke Kinder gewährleisten (Foto: pte)
Verfassungsbeschwerde gegen Betreuung herzkranker Kinder

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Kinderkardiologen (ANKK e. V.) haben Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen die ambulante Betreuung herzkranker Kinder in Krankenhäusern eingereicht. Dabei geht es darum, ob Kliniken die ambulante Betreuung dieser Kinder außerhalb jeder Bedarfsplanung vornehmen dürfen.

"Damit ist die hohe Versorgungsqualität für herzkranke Kinder nicht mehr gewährleistet", beschwert sich Dr. med. Karl Robert Schirmer, Vorsitzender der ANKK e. V. "Es besteht keine medizinische Notwendigkeit, dass kinderkardiologische Leistungen, welche flächendeckend mit hoher Kompetenz durch niedergelassene Kinderkardiologen erbracht werden, von Kliniken übernommen werden."

6000 Kinder werden jedes Jahr in Deutschland mit einer Herzerkrankung geboren. Sie brauchen eine spezialisierte medizinische Betreuung. Die Ärzte fordern die Abschaffung des § 116 b Abs. 2-5, Fünftes Sozialgesetzbuch, nach dem Kliniken eine bedarfsunabhängige Zulassung für das gesamte Gebiet der Kinderkardiologie erhalten, ohne über ausreichende Versorgungsstrukturen zu verfügen.

Nebeneffekt des § 116 b Abs. 2-5, Fünftes Sozialgesetzbuch, ist eine zu erwartende Kostenexplosion in der Versorgung. Im Gegensatz zu den niedergelassenen Kinderkardiologen dürfen Krankenhäuser die kleinen Patienten ohne Budget- und Leistungseinschränkung behandeln. Anders als die niedergelassenen Ärzte unterliegen die Kliniken auch nicht der Bedarfsplanung. "Damit wird den Kliniken gesetzlich ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den niedergelassenen Spezialisten verschafft, der langfristig zu einer unnötigen Kostensteigerung im Gesundheitssystem führt", beklagt Schirmer.

Die Arbeitsgemeinschaft betont, dass Kinderkardiologen hochspezialisierte Ärzte sind, die eine mindestens sieben Jahre lange Facharztweiterbildung zum Kinder- und Jugendarzt mit Spezialgebiet Kinderkardiologie absolviert haben. Dadurch werde eine ganzheitliche Versorgung der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen gewährleistet.

Durch die neue Gesetzgebung erhalten zunehmend kleinere Kliniken eine Zulassung für die ambulante Versorgung herzkranker Kinder, die weder über kinderkardiologisch ausgebildetes Fachpersonal noch über die notwendigen Versorgungsstrukturen verfügen. "Diese Entwicklung betrachten wir mit großer Sorge", erläutert Schirmer, "zumal die Situation für Eltern betroffener Kinder nicht transparent ist."

Bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern sind an sich banale Erkrankungen, wie Magen-Darm-Infekte oder Luftwegsinfekte, oftmals eine Bedrohung. Im Sinne der umfassenden integrativen Versorgung übernehmen Kinderkardiologen sowohl die pädiatrische Versorgung als auch spezialisierte Aufgaben auf dem Gebiet der Kinderkardiologie.

WANC 07.04.08

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