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Krankheit kostet immer mehr
Unser teueres Gesundheitswesen

Unser Gesundheitssystem kommt uns immer teurer zu stehen. Im Jahr 2002 verschlang es nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 223,6 Mrd. Euro.  Das sind über drei Prozent mehr als im Vorjahr. Und es übertrifft sogar das Steueraufkommen des Bundes, das nur rund 192 Mrd. Euro ausmacht.

Im Jahr 2002 entstanden dem deutschen Gesundheitswesen durch die Behandlung von Krankheiten Kosten in Höhe von 223,6 Mrd. Euro. An erster Stelle standen dabei Krankheiten des Kreislaufsystems mit einem Betrag von 35,4 Mrd. Euro. Es folgten die Krankheiten des Verdauungssystems, die mit 31,1 Mrd. Euro überwiegend von den Kosten für zahnärztliche Leistungen und Zahnersatz bestimmt wurden, die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes (25,2 Mrd. Euro) sowie die psychischen und Verhaltensstörungen (22,4 Mrd. Euro).

Frauen teurer als Männer
Die Krankheitskosten verteilen sich ungleichmäßig auf Frauen und Männer. Die Krankheitskosten pro Kopf der Bevölkerung betrugen im Jahr 2002 durchschnittlich 2 710 Euro. Der entsprechende Wert der Frauen lag bei 3 160 Euro, derjenige der Männer bei 2 240 Euro.

Die über 65-jährigen beanspruchen am meisten
Im Jahr 2002 betrug der Anteil der Krankheitskosten für Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren 51,5% der gesamten Krankheitskosten. Bei den Personen außerhalb des erwerbsfähigen Alters konzentrierten sich die Krankheitskosten erwartungsgemäß überwiegend auf die 65-Jährigen und Älteren (43,0%). Der auf Kinder und Jugendliche entfallende Anteil lag bei 5,6%. Pro Kopf der Bevölkerung steigen die Krankheitskosten mit zunehmendem Alter stark an: von durchschnittlich 1 000 Euro bei den unter 15-Jährigen auf 12 430 Euro bei den 85-Jährigen und Älteren.

Am meisten Geld für die Behandlung des Kreislaufsystems
Im Jahr 2002 beliefen sich die Krankheitskosten für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren auf insgesamt 12,5 Mrd. Euro (5,6% der gesamten Krankheitskosten). Dabei spielten vor allem Krankheiten des Atmungssystems sowie psychische und Verhaltensstörungen eine große Rolle. Auf sie entfiel fast jeder dritte Euro (28,8%), der in dieser Altersgruppe für die Behandlung von Krankheiten aufgewendet wurde. Die Krankheitskosten der 15- bis unter 45-Jährigen betrugen 51,8 Mrd. Euro, das entspricht einem Anteil von 23,2% an den Krankheitskosten insgesamt. Hier entstanden die meisten Kosten durch die Behandlung von Krankheiten des Verdauungssystems (20,6%) sowie psychischen und Verhaltensstörungen (12,5%), wobei mit zunehmendem Alter auch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes spürbar an Bedeutung gewinnen.

Ab dem 45. Lebensjahr dominieren dagegen zunehmend die Krankheiten des Kreislaufsystems. Sie nehmen bei den 45- bis unter 65-Jährigen mit einem Kostenanteil von 15,2% bereits Rang zwei ein, bei den 65-Jährigen und Älteren stehen Herz- Kreislauf-Erkrankungen mit einem Viertel der gesamten Krankheitskosten sogar an erster Stelle.

Verlorene Erwerbstätigkeits- und Lebensjahre
Bei den verlorenen Erwerbstätigkeitsjahren und verlorenen Lebensjahren handelt es sich um kalkulatorische Kennzahlen, mit deren Hilfe die durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und vorzeitigen Tod potenziell resultierenden Verluste für eine Volkswirtschaft abgebildet werden. Sie stellen somit eine Ergänzung zu den ermittelten Krankheitskosten dar.

Bei der erwerbstätigen Bevölkerung gingen durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und vorzeitigen Tod im Jahr 2002 insgesamt 5,1 Mill. Erwerbstätigkeitsjahre verloren. 3,0 Mill. Jahre (58,1%) der verlorenen Erwerbstätig keitsjahre sind bei Männern und 2,2 Mill. Jahre (41,9%) bei Frauen angefallen. Der größte Verlust an Erwerbstätigkeitsjahren resultierte aus Verletzungen und Vergiftungen (24,6%).

Verlorene Lebensjahre berücksichtigen über den reinen krankheitsbedingten Arbeitsausfall (verlorene Erwerbstätigkeitsjahre) auch den krankheitsbedingten Verlust an Lebensjahren bei der nicht erwerbstätigen Bevölkerung. Im Jahr 2002 machte der Verlust an Lebensjahren in der gesamten Bevölkerung 17,0 Mill. Jahre aus; davon ent- fielen 9,1 Mill. Jahre auf Männer und 7,9 Mill. Jahre auf Frauen. Den größten Verlust an Lebensjahren verursachten dabei Krankheiten des Kreislaufsystems (3,4 Mill. Jahre).

WANC 07.07.04

Statistisches Bundesamt

 
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