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Gesundheitsreform: Besonders Frauen erwarten negative Auswirkungen (Foto: TK)
Gesundheitsreform: 62% der Bevölkerung erwarten Nachteile

Obwohl in Berlin über die geplante Gesundheitsreform noch verhandelt wird, lassen erste Meldungen zu den möglichen Änderungen die Menschen mit Skepsis reagieren. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist davon überzeugt, dass die Reform für sie nichts Gutes bringt.

Was müssen wir von einer Gesundheitsreform erwarten, deren Eckpunkte bis zur Sommerpause des Parlaments vorliegen und die im nächsten Jahr zumindest in Teilen umgesetzt werden soll? Bisher zeichnet sich eines ab: Es bleibt die Wahl zwischen Pest und Cholera – entweder es muss mehr gezahlt werden oder die Leistungen werden gekürzt.

Welcher dieser beiden Wege der bessere ist, darüber herrscht in der Bevölkerung noch Uneinigkeit: 43 Prozent sprechen sich dafür aus, die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht weiter zu kürzen und dafür die Beiträge zu erhöhen. 41 Prozent möchten das Gegenteil: Leistungen kürzen und dafür die Beiträge konstant halten. 17 Prozent der Bevölkerung haben keine Meinung.

Nur 16 Prozent der Bürger gehen von langfristig positiven Auswirkungen der Reform für das Gesundheitswesen aus, hingegen 71 Prozent von negativen. 9 Prozent meinen, die Reform hätte gar keinen Effekt.

Für sich persönlich rechnen 14 Prozent mit einer langfristigen Verbesserung durch die Reform. 62 Prozent erwarten negative Auswirkungen. 22 Prozent der Bevölkerung gehen davon aus, dass eine Gesundheitsreform für sie keine Auswirkungen hat.

Besonders skeptisch sind Frauen, die mittleren Altersgruppen der Bevölkerung und Familien. So gehen 66 Prozent der Frauen von negativen Auswirkungen aus, aber nur 58 Prozent der Männer. Große Befürchtungen auch bei den 30- bis 49-Jährigen. Von ihnen rechnen 70 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Situation. Bei den 60-jährigen und älteren Befragten sind es lediglich 56 Prozent.

Besonders skeptisch sind auch Familien. 70 Prozent sind es in 3-Personen-Haushalten, 67 Prozent in Haushalten mit vier oder mehr Angehörigen. Bei 1-Personen-Haushalten sind es dagegen nur 61 Prozent, bei 2-Personen-Haushalten 58 Prozent.

WANC 12.05.06
Quelle: TNS Infratest im Auftrag der Continentale Krankenversicherung

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