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SoVD-Präsident Adolf Bauer: "Patienten sind empört über Leistungskürzung"
Kranke: Bis 150 Euro Mehrausgaben durch Gesundheitsreform

Teuer zu stehen kommt die Gesundheitsreform Kranke Pflegebdürftige. Nach Berechnungen des Sozialverbands Deutschland (SoVD) werden die Personen mit zusätzlich 50 bis 150 Euro im Monat zur Kasse gebeten - chronisch Kranke sogar noch tiefer in die Tasche greifen.

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Die zusätzlichen Belastungen belaufen sich auf 50 bis 150 Euro im Monat. Bei chronisch Kranken, die auf nicht mehr erstattungsfähige rezeptfreie Medikamente angewiesen sind, liegen die Mehrkosten sogar deutlich darüber. Wir wissen, dass als Konsequenz viele Betroffene nicht mehr zum Arzt gehen." Das sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Bauer moniert in dem Interview, dass die politisch Verantworltichen die Augen vor den gravierenden negativen sozialen und medizinischen Auswirkungen der Reform verschließen würden und den Blick einseitig auf den Milliardenüberschuss der Krankenkassen richteten. Doch als Folge der gerade für Kranke und Behinderte nicht mehr tragbaren finanziellen Belastungen, würden viele auf dringend benötigte Medikamente und Arztbesuche verzichten. Damit, so Bauer, würden sich die Erkrankungen verschlimmern und letztendlich höhere Ausgaben bei den Krankenkassen auslösen.

Dass es nahezu keinen Protest mehr gegen die Gesundheitsreform gäbe, bewertet der Präsident nicht als Zustimmung zu den neuen Regelungen. Vielmehr seien sie "entmutigt und deshalb verstummen sie“.

Als notwendige Änderungen fordert Bauer eine neue Härtefallregelung, die Sozialhilfeempfänger, pflegebedürftige Heimbewohner und Haushalte mit geringem Einkommen von den Zuzahlungen tatsächlich befreit. Sozial Schwache müßten kostenlos medizinisch versorgt werden - "einschließlich des Zahnersatzes, rezeptfreier Medikamente, Brillen und Fahrtkosten". Auch der volle Krankenkassenbeitrag auf Betriebsrenten und Versorgungsbezüge müsse abgeschafft werden.

WANC 21.03.05
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