Krankenversicherung
Patientenrecht
Gesundheitspolitik
Rat
 
 

Euro-Zeichen
Krankenkassen: Für die Versicherten wird es teurer
Gesundheitsfonds: Doch erst 2008?

Der Gesundheitsfonds wird nun wohl doch erst im übernächsten Jahr eingeführt. Und auch einen Zusatzbeitrag für Kassen, die mit ihren Mitteln nicht auskommen, soll es vorerst nicht geben.

Wie die „Tagesschau“ meldet, sollen die Gelder aus dem Fonds im Startjahr 2008 „die zu erwartenden Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung decken". Das geht aus einem Gesetzentwurf zur Umsetzung der Gesundheitsreform hervor, den tagesschau.de zitiert. Die verklausulierten Worte bedeuten, dass gesetzlich Krankenversicherte vorerst keinen keinen Extra-Beitrag – auch kleine Kopf-Pauschale genannt – abdrücken müssen.

Verschoben wird auch die Einführung des Gesundheitsfonds. Erst ab Mitte 2008 sollen alle Versichertenbeiträge dort gesammelt und dann als Einheitsbeitrag pro Kassenmitglied an die Krankenkassen ausgeschüttet werden.

Die Politiker planen, dass die gesetzlichen Kassen mit den Überweisungen aus dem Fonds mindestens 95 Prozent ihrer Ausgaben decken. Für den Fall, dass eine Kasse Überschüsse erwirtschaftet, kann sie diese an ihre Mitglieder zurückgeben. Für den – wahrscheinlicheren – Fall, dass das Geld nicht reicht, dürfen die Kassen zusätzliche Beiträge von ihren Kunden einfordern.

Hinter all diesen Überlegungen stehen aber noch Fragezeichen. Denn selbst die von der „Tagesschau“ gemeldeten Änderungen in den Eckpunkten der Bundesregierung sind bisher reine Arbeitsentwürfe. Die Politiker der Koalition sind durchaus zerstritten, wie die Probleme tatsächlich gelöst werden sollen. Denn davon gibt es noch einige. Beispiele:

  • Es ist noch nicht geklärt, wie die Schulden der Krankenkassen abgebaut werden sollen, bis das Modell Gesundheitsfonds dann an den Start geht.
  • Noch steht in den Sternen, wie die unterschiedlichen Patientenstrukturen der Kassen berücksichtigt werden sollen.
  • Der Gesundheitsfonds soll eine Reserve anlegen können, um eventuelle Kostenspitzen abfedern zu können. Doch was, wenn das nicht reicht? Zahlt dann der Bund aus Steuermitteln die Zeche? Denn schon heute gehen fast alle Experten davon aus, dass dem Fonds notorisch das Geld knapp sein wird.

Bei allen Unklarheiten – eines ist heute schon ganz klar. Für die Versicherten wird es teurer. Ab nächstem Jahr kommen mindestens die im Eckpunktepapier angedrohten 0,5 Prozentpunkte dazu, was einen durchschnittlichen Beitragssatz von 14,7 Prozent ergeben würde. Und wenn der Gesundheitsfonds dann eingeführt wird, erwarten selbst die Koalitionäre Beiträge nur knapp unter 16 Porzent.

WANC 24.08.06

Arzneimittelausgaben: 23 Mrd. Euro im Jahr 2005

Behandlungskosten: 4,1% Plus

 
Seite versenden  
Seite drucken