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Nur 16 Prozent der Bevölkerung und wiederum 15 Prozent der Ärzte glauben, dass es der Politik gelingen wird, auch längerfristig eine gute Gesundheitsversorgung zu ermöglichen (Foto: DAK)
Gesundheitspolitik: Bürger und Ärzte haben kein Vertrauen

Das Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Inzwischen sind 60 Prozent der Bevölkerung und 57 Prozent der Ärzte der Meinung, dass sich die Qualität der Gesundheitsversorgung in den vergangenen zwei bis drei Jahren verschlechtert hat. Und die meisten erwarten, dass es auch in Zukunft eher Berg ab geht.

Unsere Gesundheitsversorgung finden fast alle noch immer ziemlich gut. So beurteilen insgesamt 59 Prozent der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als «gut» oder «sehr gut». Das sind aber fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr und sogar 23 weniger als 1994.

Ärzte sehen die derzeitige Qualität sogar noch besser. Immerhin 70 Prozent geben der Gesundheitsversorgung ein «Gut» oder «Sehr gut». Allerdings: 57 Prozent der sagen, das sich die Qualität in den letzten zwei bis drei Jahren verschlechtert hat.

Der Studie zufolge sehen Bürger und Ärzte skeptisch in die Zukunft: Nur 16 Prozent der Bevölkerung und wiederum 15 Prozent der Ärzte glauben, dass es der Politik gelingen wird, auch längerfristig eine gute Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Dass es zunehmend zu einer Zwei-Klassen-Medizin kommt, erwarten 69 Prozent der Bürger und gar 87 Prozent der Ärzte.

Ein entscheidender Grund für die bangen Erwartungen der Ärzte sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen sie arbeiten müssen. Schon heute fühlten sich 56 Prozent stark oder sehr stark vom Kostendruck betroffen. Unter den niedergelassenen Ärzten sind es sogar 69 Prozent. Diese empfinden es als immer schwieriger, alle notwendigen medizinischen Maßnahmen zu verordnen. Ärzte im Krankenhaus hätten hingegen das Problem, immer weniger Zeit für die Patienten zu haben.

Als eines der Grundübel scheint der Gesundheitsfonds sowohl von Bürger als auch von Ärzten identifiziert zu werden. Zwar wissen nur 26 Prozent der Bevölkerung, dass ab Januar mit dem Gesundheitsfonds ein einheitlicher Beitragssatz für alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen gilt. Nur 13 Prozent der Bevölkerung glauben, dass mit dem Gesundheitsfonds die medizinische Versorgung langfristig finanziell gesichert ist. Mehr als die Hälfte, 56 Prozent, erwartet das nicht.

Mit Einführung des Gesundheitsfonds fürchten 61 Prozent der Ärzte einen zunehmenden Kostendruck. Darüber hinaus sehen 42 Prozent der niedergelassenen Ärzte mit dem Gesundheitsfonds eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung auf die Patienten zukommen.

Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe sagte zu den Ergebnissen, das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitspolitik sei schwer erschüttert: „ Der staatsmedizinische Ansatz ist vollständig diskreditiert. Wenn wir den medizinischen Fortschritt auch in einer Gesellschaft des langen Lebens erhalten wollen, dann brauchen wir endlich eine nachhaltige Gesundheitspolitik, die im Gesundheitswesen nicht nur einen Kostenfaktor sieht.“

Das Gesundheitsministerium reagierte auf diesen Angriff beleidigt.  „Es ist schon ein sehr merkwürdiger Vorgang, dass der Bundesärztekammerpräsident eine - wie wir finden - interessengeleitete Studie nutzt, um die Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik mies zu machen“, polterte Klaus Vater, Sprecher des Ministeriums. Die Ergebnisse der Studie erklärte er unter anderem damit, dass führende Repräsentanten der Gesundheitsversorgung „keine Gelegenheit ausgelassen haben, ihren eigenen Arbeitsbereich schlecht zu reden“.

WANC 27.11.08, Quelle: MLP Gesundheitsreport 2008, Allensbacher Berichte

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