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" Welt am Sonntag": Sterben wegen schlechter Behandlung

In Deutschland müssen laut «Welt am Sonntag» jedes Jahr tausende Kranke sterben, weil sie nicht nach modernen Standards behandelt werden.

Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Zusammenfassung verschiedener Gutachten für die Bundesregierung. Danach würden jährlich allein 3500 Frauen an Brustkrebs sterben, die bei besserer Diagnose oder Behandlung nicht hätten sterben müssen.

Bei zwölf von 22 Krebsarten seien die Überlebenschancen in den USA höher als in Deutschland. Auch tausende Herzinfarkte, Schlaganfälle und Erblindungen könnten verhütet werden, wenn die sechs Millionen Diabetiker besser versorgt würden, berichtet die Zeitung weiter. Jede zweite Beinamputation bei Zuckerkranken gelte als vermeidbar. 72 aller Bluthochdruckpatienten würden gar nicht oder nicht ausreichend behandelt.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und ihr Berater, der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, weisen seit langem auf diese Missstände hin. Schmidt hat neue Spezialprogramme für chronisch Kranken auf den Weg gebracht, die die Versorgungsqualität verbessern sollen. Dabei sollen die Ärzte die Kranken nach festgelegten medizinischen Leitlinien behandeln. Die Krankenkassen erhalten für jeden chronisch Kranken, der an einem solchen Programm teilnimmt, Geld im Finanzausgleich zwischen den Kassen gutgeschrieben.

In Schmidts Auftrag hat der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen, dem auch Lauterbach angehört, bereits im Sommer 2001 ein Gutachten zu Versorgungsdefiziten in Deutschland vorgelegt. Die meisten der von der Zeitung genannten Ergebnisse dürften aus diesem Gutachten stammen.

WANC 12.02

 
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