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Steigendes Durchschnittsalter erhöht Krankenstand

Sinkende Geburtenraten und die zunehmende Lebenserwartung werden die Arbeitswelt in den kommenden Jahren entscheidend verändern.

Das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen steigt kontinuierlich. Dies wird auch Auswirkungen auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten haben. Viele Betriebe sind auf diese Entwicklung nicht ausreichend vorbereitet. Das ist eines der Ergebnisse des Fehlzeiten-Report 2002, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld herausgegeben wird.

Für das Jahr 2005 sind unter den Erwerbstätigen mit einem Anteil von 23 Prozent erstmals mehr über 50-Jährige als unter 30-Jährige zu erwarten; bis 2020 wird ihr Anteil auf 34 Prozent steigen. Die häufig in den Unternehmen noch dominierende jugendzentrierte Beschäftigungspolitik werde angesichts der zu erwartenden demographischen Veränderungen auf Dauer nicht durchzuhalten sein, betonen die Herausgeber des Fehlzeiten-Report. Angesichts alternder Belegschaften müsse verstärkt in Maßnahmen und Programme zum langfristigen Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer investiert werden.

Schon heute wird der Krankenstand stark durch die Fehlzeiten älterer Arbeitnehmer dominiert. Bei den über 50-Jährigen sind fast doppelt so hohe Krankenstände zu verzeichnen wie bei den jüngeren und mittleren Altersgruppen. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten scheidet zudem aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Trotz der Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre liegt das faktische Rentenzugangsalter zurzeit immer noch bei 60 Jahren.

Die derzeit diskutierte Verlängerung der Lebensarbeitszeit werde aber weder den Gesundheitszustand, noch die Qualifikation älterer Arbeitnehmer, noch ihre Lage in den Betrieben oder auf dem Arbeitsmarkt automatisch verbessern, kommentieren die Herausgeber weiter. Erforderlich sei ein Neuansatz in der betrieblichen Gesundheitspolitik. Ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement müsse zum Ziel haben, die Beschäftigten gesünder älter werden zu lassen. Viele Unternehmen hätten hier noch Nachholbedarf. Angesichts der anstehenden Herausforderungen müsse es bedenklich erscheinen, dass die rechtzeitige Gesundheitsförderung einer alternden Belegschaft bisher laut Umfragen nur von einem geringen Teil der Betriebe als wichtige Personal-Aufgabe erkannt werde.

WANC 12.02

 
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