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Werden psychisch Kranke unter neuen Honorarregeln für Kliniken leiden?

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) warnt: Psychisch Kranke weiter benachteiligt. Was sich nach echter Sorge um die betroffenen Patienten anhört, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als etwas ganz anderes: Die Sorge um das eigene Honorar.

„Wir haben im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie nahezu keine Einsparpotentiale mehr. Bereits in den letzten zwei Jahrzehnten haben wir 80 Prozent mehr Fälle behandelt und dabei die Betten um ein Drittel reduziert", sagt DGPPN-Präsident Prof. Peter Falkai. Und er mahnt: Das Wichtigste in der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen sind Gespräche zwischen Ärzten, Therapeuten und Patienten. Dies setze ausreichendes und qualifiziertes Personal voraus.

Doch gerade mit dem Personal wird es problematisch. „Es ist absehbar, dass wir, sollte das neue Psych-Entgeltsystem so umgesetzt werden, die steigenden Personalkosten in Zukunft nicht decken können," erklärt Falkai. Die Konsequenz werde sein: Psychisch Kranke werden in Zukunft weniger qualifizierte Leistungen erhalten und weiter benachteiligt.

Dass es aber nicht wirklich um die Patienten, sondern um das Honorar geht, offenbart eine andere Bemerkung: "Mit der Einführung des neuen Psych-Entgeltsystems werden psychiatrisch-psychotherapeutische Kliniken, die immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen behandeln, weniger Geld für ihre Arbeit erhalten." Und: Die Versorgung von psychisch Kranken darf nicht durch das neue Entgeltsystem gefährdet werden. Ob das aber überhaupt so eintritt, ist bisher gar nicht erwiesen.

Hintergrund: Derzeit berät der Deutsche Bundestag darüber, das Entgeltsystem für psychiatrische Einrichtungen zu verändern. Die DGPPN vermutet, dass dadurch Verweildauern verkürzt und Bettenkapazitäten weiter abgebaut werden sollen.

wanc 25.4.2012/
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