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Je geringer das Einkommen, desto höher die Umweltbelastungen

Wer wenig verdient, leidet mehr unter Verkehrslärm und Autoabgasen. Damit sind sie auch erhöhten gesundheitlichen Belastungen durch Lärm und Feinstaub ausgesetzt. Laut Weltgesundheitsorganisation könnte das vermieden werden.

Das Umweltbundesamt hat den Zusammenhang von geringem Einkommen und niedrigem Bildungsstand sowie Verkehrslärm  und Luftverschmutzungen ermittelt Befragt wurden dazu Menschen in München, Berlin und dem Ruhrgebiet. Darüberhinaus wurden die Daten der sogenannten Schulanfängerstudie Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2010 ausgewertet. Und auch die bestätigt, dass Kinder aus Familien mit hohem Sozialstatus häufiger in Wohnungen mit geringerer Belastung durch den Straßenverkehr leben. Familien mit niedrigem Sozialstatus sind dagegen viel höheren Belastung durch  Stickstoffdioxid und Feinstaub ausgesetzt. Hinzu kommt, das es in Wohngebieten mit unteren Einkommensschichten zudem an Grünanlagen mangelt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO betont, dass die auf die Gesundheit einwirkenden Umweltfaktoren, die unser Wohlbefinden negativ beeinträchtigen können, außerordentlich vielfältig sind. Umwelteinflüsse können beispielsweise für chronische und komplexe Erkrankungen wie Asthma und Allergien mit verantwortlich sein. Als Risikofaktoren bezeichnet die WHO Luftverunreinigungen, Trinkwasserqualität, Klimawandel, Chemikalien, schadstoffhaltige Produkte und Lebensmittel, Lärm, Feinstaub, Ozon, UV-Strahlung oder elektromagnetische Strahlung.

Durch Umweltschäden werden jährlich 4 Millionen Todesfälle verursacht. Rund 24% aller Krankheiten haben schlechte Umweltfaktoren als Ursache. Durch gezielte Vorbeugung und Programme könnte das vermieden werden, schreibt die WHO in einem Bericht vom Juni 2006. Erschreckend: Jedes dritte Kind erkrankt an gesundheitsfeindlichen Umweltbedingungen. 



Berliner Ärzteblatt 14.07.2011/ Quelle: UMID-Ausgabe „Umweltgerechtigkeit“ 2/2011
 
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